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Flugzeugabfertigung heute
Wettbewerb versus Qualität


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Initiative Sicherheit im Luftverkehr
Offener Wettbewerb der Abfertiger: die Qualität leidet
1996 öffnete die EU mit einer Richtlinie den Markt für Abfertigungsdienstleister. Ziel war, den Wettbewerb zu fördern, die Betriebskosten der Luftfahrtunter- nehmen zu senken und die Qualität der Dienst- leistungen zu verbessern. Ist dies gelungen?
In der Theorie: EU fordert hohe Qualität in der Bodenabfertigung
Einerseits ließe sich dieser Engpass abwenden durch den Bau neuer Flughäfen oder den Ausbau der bestehenden.
Leistungsfähige Bodenverkehrsdienste andererseits würden, so die EU, den Durchsatz an den bestehenden Flughäfen erhöhen und mehr Flugzeuge könnten in kürzerer Zeit abgefertigt werden.
Ziel: Qualität in den Mittelpunkt stellen
Um dies zu gewährleisten, muss gemäß dieser EU-Richtlinie die Qualität aller Bodenabfertigunsdienstleister oberste Priorität werden. Dazu gehört vor allem eine angemessene, standardisierte Ausbildung.
Regulierung bedeutet nicht, dass durch den geöffneten Wettbewerb Menschen gefährdet werden sollen. Regulierung bedeutet vielmehr, dass Preis, Leistung und Qualität zusammenpassen müssen und dadurch ein gesunder und fairer Wettbewerb entsteht.
Regulierung bedeutet nicht, dass durch den geöffneten Wettbewerb Menschen gefährdet werden sollen. Regulierung bedeutet vielmehr, dass Preis, Leistung und Qualität zusammenpassen müssen und dadurch ein gesunder und fairer Wettbewerb entsteht.
In der Praxis: Preis wichtiger als Qualität
Die Realität sieht anders aus. Bei den Bodenabfertigern gibt es europaweit einen harten Wettbewerb um die begehrten Marktanteile. Dieser Wettbewerb wird meist über den Preis geführt, Qualität spielt zum Großteil eine nachrangige Rolle.
Etablierte Anbieter müssen ihre Strukturen anpassen und die bewährten Ausbildungs- und Qualitätsstandards nach unten anpassen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Neue Anbieter können Marktanteile meist nur über einen günstigen Preis gewinnen und setzen vermehrt auf billiges und unzureichend qualifiziertes Personal.
Etablierte Anbieter müssen ihre Strukturen anpassen und die bewährten Ausbildungs- und Qualitätsstandards nach unten anpassen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Neue Anbieter können Marktanteile meist nur über einen günstigen Preis gewinnen und setzen vermehrt auf billiges und unzureichend qualifiziertes Personal.
Tarifvertrag widerspricht EU-Zielen
Es gibt auf EU-Ebene keine und auf nationaler Ebene - im Grunde - eine verbindliche Regelung über die Qualifizierung von Flugzeugabfertigern (die sog. Bodenabfertigungsdienstverordnung, kurz BADV). Letztere ist jedoch nicht abschließend geregelt, ihre Einhaltung wird nicht kontrolliert.
IHK-Prüfungen sind freiwilliger nationaler Standard, werden jedoch von so gegannten Drittabfertigern nicht durchgeführt.
Unlängst wurde sogar ein Tarifvertrag für Flugzeugabfertiger abgeschlossen, der keine entsprechende Ausbildung mehr vorschreibt, um dem ruinösen Wettbewerb gerecht zu werden. Dies steht im Widerspruch zu den vorgegebenen Zielen der EU.
IHK-Prüfungen sind freiwilliger nationaler Standard, werden jedoch von so gegannten Drittabfertigern nicht durchgeführt.
Unlängst wurde sogar ein Tarifvertrag für Flugzeugabfertiger abgeschlossen, der keine entsprechende Ausbildung mehr vorschreibt, um dem ruinösen Wettbewerb gerecht zu werden. Dies steht im Widerspruch zu den vorgegebenen Zielen der EU.
Folge: Vertrauensverlust bei Passagieren
Bei Passagieren führt dieses Wissen zu großer Verunsicherung. Möglicherweise verlieren sie das Vertrauen in das laut Statistik sicherste Verkehrsmittel, das Flugzeug.


